Das Apple iPad – Unser Ersteindruck

2. Februar 2010 at 01:28 5 Kommentare

Was ist nun das iPad – Ein neuartiges Tablet, das uns den Weg in die Zukunft zeigt? Ein großer iPod Touch und das wars auch schon? Ein neuer Stern am Himmel oder doch ein Flop? Selten ist uns die Antwort so schwer und leicht zu gleich gefallen. Wir sehen in dem Tablet ein Gerät mit viel Potential, das erst seinen wahren Glanz durch die Entwickler entfalten wird  und ähnliche Begeisterungsstürme wie beim iPhone erzeugen wird. Warum wir das glauben? Wir erklären es Ihnen gerne:

Fangen wir mit der Hardware an. Ein Chip für alles: Der Apple A4 – ein 1 GHz -Chip der CPU und GPU in sich vereint. w Hier zeigt sich warum Apple die Firma P.A. Semi gekauft hat – back to the roots könnte man fast schon sagen – Chips die sich perfekt mit der Software und umgekehrt verstehen. Diese Kombination war in der Geschichte von Apple schon häufiger der Garant für Hardwareleistung die überzeugt und bemerkenswerte Produkte hervorgebracht hat.

Das Display ist nach den ersten Hands-On-Videos zu urteilen eine wirkliche Augenweide. Klare, gestochen scharf gezeichnete Konturen und ein ansehliches Kontrastbild machen in Kombination mit der IPS – Technologie, die auch in den neuen iMacs zum Zuge kamen und ein Lesen des Displays aus allen Lagen und Winkeln ermöglicht – zu einem Desktopclass Bildschirm der allein für sich spricht.

Brillante Farben - Das iPad Display (Bild von Apple)

Apple hat einen 30-pin-Dockanschluss verbaut. Zusätzlich ist ein 3G-Karten-Halter in der 3G-Modellvariante enthalten. Ein Audio-Headset-Anschluss runden die übliche Apple-Ausstattung bei iPods/iPhone ab. Für viele fehlt ein USB-Anschluss, der evtl. über das Kamera-Connection-Kit realisiert werden kann – dies muss aber erst getestet werden. Auch der SD-Kartenleser, der bei Apple besonders bei den MacBooks sehr beliebt zu seien scheint wird per Adapter nachgeliefert.. Das iPad gibt es in unterschiedlichen Speichergrößen: 16, 32 oder 64 GB.

Die Anschlüsse beim iPad sind mehr als überschaubar (Bild von Apple)

Das Wifi-Modell kann sich nur per WLAN ins Internet einklinken. Die Wifi+3G-Variante ermöglicht das Onlinegehen mit dem Anbieter eigener Wahl. So soll gerade in Europa die Wahl des Netzbetreibers freigestellt werden. Das Gerät ist somit von Haus aus unlocked. Gleiches ist für die USA geplant. Zusätzlich wird bei beiden Modellen Bluetooth breitgestellt, dass das Verbinden des iPads mit einer Bluetooth-Tastatur von Apple ermöglicht.

Das iPad liebt das Internet und dadurch 802.11n WLAN sowie 3G (Bild von Apple)

Bis zu 10 Stunden verspricht Apple bei Video-, Musik- und Internetnutzung. 1 Monat Laufzeit wenn das iPad schläft. Der Praxistest wird erst zeigen, ob Apple dieses Versprechen wirklich halten kann, wir halten sie aber für durchaus realistisch.

Neben einen Lichtsensor, Lautstärkereglern an der Seite, einen GPS-Modul, das nur in der 3G-Version verfügbar ist, sowie einen Kompass, baut Apple typischerweise die Accelometers mit ein. Eine Kamera ist leider nicht mit enthalten, obwohl Apple in der gleichzeitig veröffentlichten SDK Spuren für einen möglichen Kameraeinbau hinterlassen hat. Ob im fertigen Produkt eine Cam enthalten seien wird  ist derzeit noch offen auch wäre hier die Möglichkeit einer ansteckbaren Kamera eine Option.

Natürlich ist auch ein Musikplayer mit dabei (Bild von Apple)

Wenden wir nun unseren Blick auf das Herzstück des iPads – die darauf enthaltene Software. Apple hat vieles vom iPhone übernommen, aber auch einiges neues mit eingebaut. Schauen wir uns die Kernprogramme im Detail an:

Kommen wir gleich zu dem neuen zentralen Punkt in Apples Medienwelt – dem iBook-Store. Dieser hat nichts mit den alten Laptops zu tun, die Apple in früheren Jahren verkauft hat, sondern vielmehr mit einem Online-Buchladen alla Amazons Kindle Store. Bücher können ähnlich wie im iTunes oder App Store gekauft werden und werden direkt auf das iPad übertragen. Zudem bietet Apple Unterstützung für das ePub-Format an.  Ob man eigene eBooks oder iBooks in dieses App integrieren kann bleibt vorerst Apple’s Geheimnis. Gleiches gilt für die gekauften Bücher ob diese einfach im iTunes-Backup gespeichert werden oder ähnlich wie bei den Apps ein neuer Posten im Seitenmenü erscheint. Wir sind sehr gespannt was Apple mit den iBooks vor hat. Deutschland muss sich allerdings noch gedulden. Lizenzen müssen erworben, Preise definiert werden. Zu dem kommt in Deutschland der Buchbindungspreis hinzu, der auch für eBooks derzeit noch gilt, sprich: eBooks kosten genauso viel wie gedruckte Bücher. Amazon hat dies geschickt umfahren, in dem die Bücher im Online-Store in Amerika gekauft werden.

Neben Musik, Videos und Apps bedient Apple nun auch die Leser mit einem eigenen Store - dem iBook Store (Bild von Apple)

Neben Büchern kann der iPad natürlich auch Musik und Videos wiedergeben. Diese sind allerdings getrennt – ähnlich wie beim iPod Touch. Neu ist die Ansicht bei der Musik, die quasi wie ein iTunes in klein aussieht. Hier wäre es logisch gewesen, wenn Apple auch ein Punkt Videos eingebunden hätte. Die Musikauswahl ist komplett anders als bei den vorherigen iPod oder iPhone-Modellen und dürfte sehr interessant zum Testen sein. Neu bei den Videos ist die Unterstützung von HD-Filmen. Dem nachteilig ist aber das 4:3 Display, das beim Zoomen des Films links und rechts Filmmaterial abschneidet. Auch Youtube-HD-Filme können nun auf dem iPad betrachtet werden.

Musik und Videos – seit jeher ein wichtiger Bestandteil der mobilen Produkte von Apple (Bilder von Apple)

Das Internet spielt seit jeher eine große Rolle in den neuen Mobile Devices von Apple. Das iPhone machte es vor, der Touch zog mehr oder weniger nach. Kein Wunder das Apple das bewährte Prinzip beim iPad beibehalten auch. Leider auch die fehlende Flash-Unterstützung. Die einen sinds leid, die anderen freuts. Wir finden, dass ohne Flash Websites wesentlich an Geschwindigkeit gewinnen. Meist wird diese Technologie eh in Werbung verwendet, die dadurch angenehmerweise wegfällt. Mail wurde überarbeitet und bietet im Landscapemode eine Seitenleiste links an mit allen eingetroffenen E-Mails. Rechts wird der Inhalt der ausgewählten Mail angezeigt. Dreht man das iPad bleibt nur der Inhalt der Mail übrig, falls man sich auf deren Inhalt konzentrieren will.

Mail auf dem iPad (Bild von Apple)

Das Foto-App auf dem iPhone ist eine gute Lösung mit dem technisch Machbaren. Beim iPad geht Apple eine Stufe weiter und integriert viele Bereiche des Mac-OS-iPhotos. So können die Bilder nach Gesichtern oder Orten sortiert werden. Auch das Erstellen und Sortieren von Ereignissen ist möglich. Besonders gefallen hat uns hier die Möglichkeit in die Bilder hineinzuschauen, in dem man die Vergrößerungsgeste des iPhones macht und man so die Bilder auffächert. Schade nur das das iPad keine Kamera integriert hat. Videos sind ähnlich wie beim iPod Touch getrennt vom Musikinhalt

Das Photo-App wurde grundlegend erweitert (Bild von Apple)

Ein wichtiger Punkt, der zum Erfolg des iPads beitragen wird, ist die App-Kompatibilität zu den iPhone-Versionen. Diese laufen auch auf dem iPad, jedoch in einer verkleinerten Darstellung. Per Zoomfunktion lassen sich zumindest die meisten Apps auf die doppelte Größte zoomen. Mit dem nun verfügbaren SDK ist es nur eine Frage der Zeit bis die ersten iPad-Apps herauskommen. Wie Apple dies aber im AppStore konkret lösen wird bleibt erstmal dahingestellt. Auch wie die Entwickler das Mehrhandling mit den verschiedenen Versionen meistern wird sich zeigen.

Auch der AppStore ist wieder mit dabei inkl. iPhone-App-Kompatibilität des iPads (Bild von Apple)

iWork soll ebenfalls als App-Download für das iPad verfügbar sein. Jedes Programm (Pages, Keynote und Numbers) kostet dabei 9,99$. Vermutlich 7,99 Euro bei uns. Diese Suite wurde zwar kurz von Phil Schiller dargestellt und kommt mit einigen tollen Funktionen daher, ein Teste, bzw. eine explizite Bewerbung der Programme hat seitens Apple noch nicht begonnen. Was man jedoch sehen konnte war mehr als überzeugend. Multigestensteuerung in Perfektion dazu ein komplett überarbeitetet Arbeitsfeld könnten zum Erfolg des iPads ebenfalls beitragen. Jetzt müsste nur noch die Frage des Ausdruckens vom Gerät gelöst werden. Ob ein per Time Capsule oder AirPort Extreme bereitgestellter Drucker dadurch angesprochen werden kann wird sich zeigen, wäre aber ein weiterer Kaufgrund für die Programme. Die erstellten Dateien können vom Flashspeicher ausgelesen werden und sind Mac OS iWork 09 kompatibel.

iWork auf dem iPad (Bild von Apple)

Natürlich sind die anderen Programme wie Maps, YouTube, Notes, iTunes Store, Kalender und Kontakte mit dabei. Diese sind grafisch sehr ansprechend gestaltet und bieten eine neue Art der Bedienung. Besonders das Kalender-App wurde hervorragend angepasst und sieht aus wie ein Tageskalender in Papierform – sehr schön.

Kalender und Notes sind beim iPad, wie beim iPhone, mit dabei (Bilder von Apple)

Selten war ein Gerät von Apple so davon abhängig, was die Entwickler aus diesem machen. Das iPad steht und fällt mit den Apps die dafür geschrieben werden. Diese müssen sich aber wiederum mit einigen seltsamen Entscheidungen von Apple plagen: Warum keine Kamera? Warum kein Flash? Apple bleibt also gerade bei letzterem der iPhone-Linie treu und schiebt den Miesepeter auf Adobe. Es ist schon seltsam das Adobe die Entwicklung von Flash so langsam vorantreibt und sich dadurch aller Argumente für diese durchaus interessante Medienart selbst nimmt.

Für wen ist das iPad geeignet? In erster Linie für alle Leute die einen Mac haben möchten, aber auf das drumherum verzichten möchten. Es ist mehr oder weniger ein kleines MacBook mit der Funktionalität eines iPhones – eben genau das Zwischending, wie Apple es beworben hat. Es wird seine Aufgaben sicherlich gut erledigen und zu diesem Preis für den ein oder anderen eine sichere Überlegung sein, ob er sich dann ein MacBook kaufen wird. iPhone und iPod Touch – User dürften aber eher wenig Interesse an diesem neuen Gerät haben, zu stark sind die Ähnlichkeiten.

Unserer Meinung nach hat das iPad alles was einen Hit ausmacht. Ein interessantes Design, bekannte Funktionalität und dadurch schnelle Akzeptanz beim User, ausreichend Leistung und eine Entwicklercommunity, die das meiste aus dem Gerät holen wird. Die Krone bekommt das iPad, wenn es eine Kamera hat und mit Flash-Inhalten umzugehen weiß.

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Unsere AppStore Empfehlungen fürs Wochenende Assassin’s Creed 2 im AppStore verfügbar

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  • 1. recipient  |  2. Februar 2010 um 08:30

    “Selten war ein Gerät von Apple so davon abhängig, was die Entwickler aus diesem machen.”

    Das ist im Prinzip natürlich richtig, allerdings kann man davon ausgehen, dass viele Softwareentwickler und Medienunternehmen bereits in den Startlöchern stehen, weil sie schon lange auf ein funktionierendes Tablet-Konzept gewartet haben. Es besteht also keine Gefahr, dass es an Software mangeln wird, zumal Apple mit der Grundausstattung ja schon die wichtigsten Anwendungsbereiche abdeckt. Außerdem werden viele iPhone-Entwickler ihre vorhandenen Anwendungen für die Tablet-Nutzung optimieren. Ob das iPad eine Kamera hat oder Flash kann, wird letztlich keine große Rolle spielen.

    PS: Die Buchpreisbindung bedeutet übrigens nicht, dass ein E-Book genau so viel kosten muss wie die gedruckte Ausgabe, sondern dass es überall den selben Preis haben muss.

    Antwort
    • 2. binomaus  |  2. Februar 2010 um 08:42

      An sich schon richtig, aber derzeit entwickeln wohl die Entwickler eifrig an den ersten Apps für das iPad um von Anfang an dabei zu sein. Evtl. deshalb auch die Wartezeit von Apple (neben produktionstechnischen Hintergründen natürlich).

      @ Buchbindung: ja gut, aber meist orientieren sich die Preise in etwa an denen der gedruckten Version, bzw. sind minimal günstiger. Die Preisbindung gilt dann aber auch hier, sprich eBooks kosten überall dann das gleiche.

      Antwort
      • 3. recipient  |  2. Februar 2010 um 09:09

        Wollte nur darauf hinweisen, dass die Aussage “Zu dem kommt in Deutschland der Buchbindungspreis hinzu [Anmerkung: gemeint ist vermutlich: Buchpreisbindung], der auch für eBooks derzeit noch gilt, sprich: eBooks kosten genauso viel wie gedruckte Bücher.” de facto und de jure falsch ist. ;-)

      • 4. binomaus  |  2. Februar 2010 um 09:18

        Alles klar :) Danke für den Hinweis :)

  • 5. MacThorsten  |  4. Februar 2010 um 18:05

    Vielen Dank für den informativen Bericht …. ich bin dabei ;-)

    Antwort

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